Mehr Kreativität am Arbeitsplatz durch:
„Nein. Ich bin sicher nicht kreativ.“ Diese oder ähnliche Antworten bekomme ich immer wieder in Gesprächen mit Menschen, denen ich meine neue Aufgabe beschreibe. Ich finde das nachvollziehbar, weil doch der Großteil unserer schulischen und beruflichen Ausbildung daraus besteht, Wissen zu erlangen. Neben Projektarbeiten und der Anwendung von Wissen, geht es doch viel darum, passiv Informationspakete aufzunehmen und abzuspeichern. Wissen ist Macht. So scheint es. Doch Kreativität lernen ist möglich. Und heutzutage notwendig und sinnvoll.
Natürlich sind wir alle kreativ. Denk doch mal zurück zu deiner Kindheit. Jeden Tag hast Du in Fantasiewelten gespielt, Abenteuer bestritten und deine Vorstellungskraft genutzt, um die Welt wahrzunehmen und zu erleben. Und das ganze ohne viel Spielzeug. Ich erinnere mich gerne an die Höhlen, die ich im Wohnzimmer mit Sofa, Sesseln, Decken und Kissen gebaut habe. Oder als ich mit Freunden ein ganzes Zimmer in eine Geisterbahn für Eltern umgebaut habe – mit dem Bürostuhl als Waggon. Wie bekommen wir zu dieser Imaginationskraft wieder Zugang?
Kreative Lektüre
Damit Du Kreativität lernen kannst, solltest Du im ersten Schritt akzeptieren, dass Du kreativ bist. Dann rate ich Dir, Zeit für Kreativität zu schaffen. Das kann ein kreatives neues Hobby sein oder auch grundsätzlich das Auseinandersetzen mit neuen Dingen, die deine Perspektive ändern.
Dann gibt es noch die Möglichkeit, Unterstützung durch andere zu bekommen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Am einfachsten ist es, ein paar Bücher dazu zu lesen und ich möchte Dir ein paar vorstellen, die ich persönlich praktisch und verständlich finde.
- Denkwerkzeuge von Florian Rustler: Ein praxisorientiertes Handbuch für organisatorische Innovation für die Kreativität maßgeblich ist. Das Buch ist nach Denkfertigkeiten für Innovation gegliedert: visionäres Denken, diagnostisches Denken, strategisches Denken, Denken in Ideen, bewertendes Denken, kontextuelles Denken und taktisches Denken. Zu jedem der Bereiche gibt es Werkzeuge, die umfassend beschrieben und skizziert sind. Ein gutes handliches Nachschlagewerk.
- Innovation. 99 1/2 effiziente Tools von Lutz Lungershausen: Eine Sammlung von Konzepten, Tools und Methoden für unternehmerische Innovationsprozesse, aufgeteilt nach den Phasen Prepare, Initiate, Ideate, Generate und Iterate. An diesem Buch mag ich besonders die grafischen Erklärungen, die die Werkzeuge sehr anschaulich machen und die umfassenden Erklärungen zu den Phasen und deren Wichtigkeit. Wer Innovationswerkzeuge nicht nur anwenden sondern verstehen will, findet im Buch viele Möglichkeiten dazu.
- 75 Tools For Creative Thinking von Clarify: Werkzeuge in Kartenform – konkret, knapp und konstruktiv. Die Karten sind nach den Phasen Get started, Check around, Break it down, Break free und Evaluate & Select sortiert und bieten für jede Phase unterschiedliche Aufgaben. Diese sind kurz beschrieben und mit einer Anleitung kommt man direkt ins Ausprobieren. Dies ist eine Sammlung für erfahrenere Praktiker, die nach neuen Werkzeugen suchen. Ich habe hier ein paar schöne, neue und auch mutige Beispiele gefunden, die ich in mein Repertoire aufgenommen habe.
- Playful Rebellion von Gary Ware: Ein Buch, welches auf den ersten Blick nur wenig mit Innovation und Kreativität zu tun hat. Das Buch zeigt, wie man eine spielerische Haltung bekommt, um damit auf die Herausforderungen im Alltag zu reagieren und erklärt anschaulich die Vorteile einer solchen Entscheidung. Es geht auch hier um Anwendungen für den Arbeitsplatz. Spielen und Kreativität sind sehr eng verbunden und deswegen widme ich mich auch dieser Herangehensweise. Mir gefällt am Schluss des Buchs besonders der „Field guide“, der die Erkenntnisse gut zusammenfasst und als Aktionsplan verstanden werden kann.
- Handbook of organizational creativity editiert von Roni Reiter-Palmon und Sam Hunter: Ein wissenschaftliches Buch für die Kreativitäts-Nerds wie mich. 2023 herausgegeben, beinhaltet das Buch Kapitel und Aufsätze von vielen der bekanntesten Forscher und Professoren auf dem Gebiet. Das Buch ist Teil einer zweiteiligen Serie und behandelt die individuelle Kreativität und die Team-Kreativität. Eine sehr anspruchsvolle Lektüre mit überraschenden neuen Erkenntnissen.
Kreativität lernen durch Training
Es gibt Studien zur Langzeitwirkung von Workshops und Training am Arbeitsplatz. Demzufolge führt die Auseinandersetzung mit dem Thema kurzfristig zu einer Steigerung hinsichtlich des Themas. Leider fällt die Lernkurve nach ungefähr 3 Monaten wieder ab. Daraus leite ich zwei Dinge ab: Erstens wirken Trainings – auch für Kreativität wurde das schon breit erforscht und bewiesen. Zweitens stelle ich fest, dass Einzeltrainings durch Folgetermine gefestigt werden sollten.
Wenn Du Kreativität lernen möchtest und das Thema bei Dir im Unternehmen platzieren willst, dann können wir zusammen im ersten Schritt ein Gespräch vereinbaren, um den genauen Bedarf zu ermitteln.
Mit einem ersten Impulsvortrag bei Dir im Unternehmen, bekommt ihr in 60 Minuten die ersten erfolgsversprechenden Ideen zur Steigerung der individuellen Kreativität. Das sorgt erwiesenermaßen für gesteigerte Motivation, Zufriedenheit und kreative Leistung.
Danach entwickeln wir einen Trainings- und Coachingplan, wie ich euch langfristig unterstützen kann. Das Ziel sollte dabei eine gesteigerte Innovationsfähigkeit sein, die durch den Return on Investment messbar gemacht werden kann.
Jetzt liegt es an Dir. Willst Du Kreativität lernen? Wann hören wir uns?